Die Geschichte der Kunsttürme
Als der bildende Künstler Hans Kjær in der Lokalzeitung „Øboen“ las, dass die alten, mittlerweile ausgedienten Transformatorentürme auf Langeland abgerissen werden sollten, kam ihm eine gute Idee – eine Idee, aus der Dänemarks längste Kunstausstellung entstehen sollte.

Ein Turm voller Möglichkeiten
Schon seit den 1980er Jahren wurden die Transformatorentürme abgerissen, da das Elektrizitätswerk damit begonnen hatte, das Leitungsnetz unterirdisch zu verlegen, anstatt es als Leitungen von Transformatorenturm zu Transformatorenturm über die Landschaft gespannt zu lassen.
Zwar versuchten sowohl der Denkmalschutzverein Langeland und Strynø als auch die damalige Museumsdirektorin Helle Ravn, auf den Erhaltungswert der Masten aufmerksam zu machen, die auf Langeland drei für ihre Zeit typische Bauphasen repräsentieren. Aber es gab kein Geld, um die Bauwerke instand zu halten – es sei denn, man fände eine neue Verwendung für die Masten.


Bei einer Grundfläche von zweieinviertel Quadratmetern und einer Deckenhöhe von acht Metern musste man kreativ werden, wenn der noch erhaltene Teil der ursprünglich 80 Transformatorentürme der Insel gerettet werden sollte. Und da schlug Hans Kjær vor: Warum richtet man die Türme nicht für eine etwas andere Art von Kunstausstellung her?

Der Sinn hinter dem Wahnsinn
Der Geschäftsführer von Langelands Elforsyning, heute Ø/Strøm, fand die Idee naheliegend, aber leider war der Vorstand des Elektrizitätswerks nicht im Geringsten interessiert. Deshalb schlug Kjær vor, drei Türme für einen Zeitraum von zwei Jahren zu mieten. Die Miete betrug 0 Kronen, aber mit dieser Regelung hatten sowohl der Künstler als auch der Vorstand eine Art Sicherheit.
Nach den zwei vertraglich vereinbarten Jahren konnte auch der Vorstand des Elektrizitätswerks den Sinn hinter dem Wahnsinn erkennen. Das bedeutete, dass die Anzahl der Kunsttürme auf sechs erweitert wurde. Und im Jahr 2010, als die Langelands Elforsyning ihr 100-jähriges Jubiläum feierte, stieg die Zahl auf zwölf Türme. Eine passende Anzahl, findet Hans Kjær, der auch mit der Verteilung vom nördlichsten bis zum südlichsten Teil von Langeland zufrieden ist.
Die Kunsttürme sind das Geschenk der Künstler an Langeland.Hans Kjær
Kunst als Geschenk
Im Idealfall hat jeder Künstler drei Jahre lang einen Turm, danach wird der Inhalt ausgetauscht und ein neuer Künstler bekommt die Möglichkeit, sich zu entfalten. Allerdings ohne Bezahlung. Hans Kjær nennt die Türme Das Geschenk der Künstler an Langeland.
An sich sind die Transformatorentürme ein Stück dänischer Kulturgeschichte. Sie stehen überall im Land und tragen die wichtigen Leitungen, die dafür sorgen, dass wir auf einen Knopf drücken können und Licht im Haus oder Wärme im Herd haben.







