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Heerwagen – Ein ikonisches Keramik-Juwel aus Langeland

„Wir waren ja schon immer hier“, sagt der Keramiker Erling Heerwagen aus Hou über die Tatsache, dass seine Keramik und die seiner Frau Karin zu ikonischen Symbolen für Langeland und für das langelandische Kunsthandwerk geworden sind.

Ikonisk fulg af Heerwagen
Foto: Heerwagen

Heerwagens naiver Stil hat sich seit 1964 gehalten.

Karin Heerwagen starb im April 2021, und erschüttert darüber, nun allein zu sein, beschloss Erling Heerwagen, die Werkstatt und den Laden zu schließen. Das löste einen Ansturm auf die Hotline aus. Denn wenn man „immer da gewesen ist“, war es für Heerwagens treue Kunden schwer zu verstehen, dass es nichts mehr zu kaufen gab.

Aus diesem Grund beschloss Erling Heerwagen: Da er auch mit 82 Jahren noch Freude an seinem Handwerk, der Töpferei, hat, will er die dunklen Wintertage damit verbringen, neue Stücke zu drehen, damit er zu Ostern und an ausgewählten Samstagen den ganzen Sommer über geöffnet haben kann.

Das Ehepaar Heerwagen lernte sich kennen, als Erling als ausgebildeter Töpfer bei dem renommierten Bjørn Wiinblad als Dreher arbeitete und Karin dort als Aushilfskraft beschäftigt war. Sie hatte eine Ausbildung zur Keramikerin an der Kunsthandwerksschule absolviert.

Export ins Ausland

Die Frage ist, ob es Karin und Erling Heerwagen waren, die Langeland entdeckt haben, oder ob Langeland sie entdeckt hat, als das Paar Anfang der 60er Jahre nach Langeland segelte und die ganze Insel bereiste.

1964 zogen sie nach Hou, und das Haus, in dem sie zuvor alte Freunde besucht hatten, wurde nun zum Zuhause, zur Werkstatt und zum Leben der Heerwagens.

Als Künstlerpaar wurden Karin und Erling Heerwagens Keramiken nicht nur landesweit, sondern auch international bekannt, da sie einige Jahre lang ihre Becher, Teekannen, Schalen, Eierbecher und Deckelkrüge über das Kunsthandwerksgeschäft „Den Permanente“ am Vesterport in Kopenhagen in die ganze Welt exportierten.

Als das Geschäft 1981 schloss, eröffnete Heerwagen stattdessen ein Geschäft bei sich zu Hause in Hou. Und das passte in vielerlei Hinsicht gut zu ihnen. Bessere Einnahmen, netter Kontakt zu den Kunden, kein mühsamer Transport der Keramik.

Der charakteristische Vogel

Der Heerwagen-Stil hat 50 Jahre lang alle Modetrends überstanden.

Egal, ob Keramik nun pastellfarben war oder die natürliche Farbe von Steingut hatte, ob der Trend strengen Form-Minimalismus oder barocke Schnörkel vorsah – Heerwagen ist dem schlichten, naiven Ausdruck mit den charakteristischen runden Formen treu geblieben. Nicht zuletzt bei den Keramikvögeln, die zu einer Art Signaturfigur für Heerwagen geworden sind, oder bei den gemalten Motiven, die auf Langeland verweisen – mit Bäumen, Vögeln, Hügeln und üppigen Frauen, deren Brüste die Form der Langeländer „Hatbakker“ haben.

Heerwagen Keramik
Foto: Heerwagen Keramik
„Wir haben schon immer die alte Töpfertechnik verwendet, bei der die Stücke mit einer Engobe verziert werden“, erklärt Erling Heerwagen.

„Begitning“ ist Ton, der so lange verrührt wird, bis er die Konsistenz einer dicken Soße hat. Damit werden die ungebrannten, ledersteinigen Tonrohlinge bemalt, woraufhin sie eine klare Glasur erhalten. Die Technik ist mühsam, zeitaufwendig – und wird vielleicht gerade deshalb nicht von so vielen Keramikern angewendet. Außerdem ist sie sehr schwer nachzumachen.

Die Kunstroute

Die Kunstroute bietet dir die Möglichkeit, die größeren Kunst- und Kulturerlebnisse mit Besuchen bei einzelnen Künstlern und Kunsthandwerkern zu verbinden, während du gleichzeitig durch die wunderschöne Natur von Langeland wanderst und an Kunst im öffentlichen Raum vorbeikommst.

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